Feministischer Streik

Auf dem Papier ist die Gleichstellung schon eine ganze Weile umgesetzt. In der Realität sind wir aber noch meilenweit davon entfernt.

Das Feministische Hochschulkollektiv Bern veranstaltet am 14. Juni 2025 vor dem Hauptgebäude der Universität Bern ein Programm anlässlich des Feministischen Streiks.

Es wird laut, bunt und spannend – sei dabei!

 

Das erwartet dich:

  • Um 10 Uhr starten wir mit einem Brunch: Anmeldung hier.
    Bring etwas zum Teilen und eigenes Geschirr, Besteck und eine Tasse mit.
  • Zwischen 12:00 – 15:30 Uhr kannst Plakis/Transpis malen und Kleider bemalen (Gerne eigene Kleider mitbringen).
  • 15:30 Uhr Gemeinsamer Spaziergang zur Schützenmatte (Besammlung zur Demo)

 

Du willst dich an der Organisation beteiligen?

Im Rahmen der Vorbereitungen für den 14. Juni 2024 haben wir uns darüber ausgetauscht, wo an der Uni Bern noch Handlungsbedarf besteht im Bereich Gleichstellung und Chancengleichheit.

 

Forderungen für den Feministischen Streik

Die nachfolgenden Forderungen wurden durch das Feministische Hochschulkollektiv Bern (FHB) zusammengestellt, das sich in Vorbereitung auf den Feministischen Streik 2024 gegründet hat. Das Kollektiv, bestehend aus Studierenden der Berner Fachhochschule sowie der Universität Bern, richtet die Forderungen an die Hochschulen des Kantons Bern. Die Forderungen sind als Zielformulierung verfasst.

Kurz und Knapp – Wir fordern:

  • Anerkennung der Intersektionalität
  • Vereinbarkeit
  • Chancengleichheit und Barrierefreiheit
  • Hochschulen frei von Belästigung und Diskriminierung
  • Gleichstellung
  • Sprache frei von Diskriminierung

Und hier noch etwas genauer ausformuliert:

Wir fordern Anerkennung der Intersektionalität:

  • Die Hochschulen anerkennen, dass Menschen von verschiedenen Diskriminierungskategorien gleichzeitig betroffen sein können.
  • An den Hochschulen herrscht ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit allen Menschen.
  • Die Hochschulen berücksichtigen intersektionale Grundsätze in der Lehre, Forschung, Wissenschaftskommunikation und Politikberatung.

Wir fordern Vereinbarkeit an den Hochschulen:

  • Die Hochschulen schaffen, insbesondere im Studium, umfassende Massnahmen und inklusive Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Studium, Care- und Lohnarbeit sowie Freiwilligenarbeit.

Wir fordern Chancengleichheit und Barrierefreiheit an den Hochschulen:

  • Es besteht an den Hochschulen Zugang, Chancengleichheit und Diskriminierungsfreiheit für Menschen ohne akademischen Hintergrund, für rassifizierte Menschen, Menschen mit Migrationserfahrung, religiöse Minderheiten, queere Menschen sowie Menschen mit wenig finanziellen Mitteln, Menschen mit psychischer oder physischer Beeinträchtigung und neurodivergente Personen.
  • Die Hochschulen verfügen über eine inklusive Infrastruktur für queere Menschen, Menschen mit Behinderung, religiöse Minderheiten und weitere marginalisierte Gruppen.

Wir fordern Hochschulen frei von Belästigung und Diskriminierung:

  • Es existieren unabhängige und niederschwellige Anlaufstellen zur Meldung von Belästigung und Diskriminierung.
  • Die Hochschulen treffen umfassende Massnahmen (u.a. Sensibilisierungsmassnahmen) für eine Hochschule frei von Ableismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit, Queer-Feindlichkeit, Rassismus, Sexismus, sexualisierter Gewalt und sämtlichen weiteren Diskriminierungsformen.
  • Die Hochschulen informieren flächendeckend über die vorhandenen Anlauf- und Meldestellen.

Wir fordern Gleichstellung an den Hochschulen:

  • Die Hochschulen treffen Massnahmen zur Förderung von FINTA*-Personen in der Wissenschaft sowie eine FINTA*-Quote von 50% bei den Professuren und Dozenturen.
  • An den Hochschulen sind FINTA*-Personen in der Leitung und in anderen Führungspositionen angemessen vertreten.
  • Die Hochschulen setzen sich aktiv dafür ein, horizontale Segregation zu vermindern, beispielsweise wird der MINT-Bereich für FINTA*-Personen attraktiver gemacht.
  • Die Hochschulen zahlen gleiche Löhne für gleiche Arbeit und sind transparent bezüglich Lohn und Anstellungsbedingungen.
  • Die Hochschulen ermöglichen eine unkomplizierte Änderung des Geschlechtseintrags und des Namens.

Wir fordern diskriminierungsfreie Sprache an den Hochschulen:

  • An den Hochschulen wird eine konsequent geschlechtergerechte, antirassistische, nicht-ableistische Sprache verwendet.

Gemeinsam für die Gleichstellung aller Geschlechter!

Feministischer Streik Berner Hochschulen

 

Frauen sind gerade am Arbeitsplatz von massiven strukturellen Ungerechtigkeiten betroffen. Nicht selten verdienen Frauen für dieselbe Arbeit weniger als ihre männlichen Kollegen und werden bei Beförderungen seltener berücksichtigt. Zudem bestehen auch weiterhin grosse strukturelle Unterschiede: Während 2022 59% der Studierenden weiblich waren, liegt der Frauenanteil bei den ordentlichen und ausserordentlichen Professuren bei nur 30%.

Mit dem Programm Wo*mentoring versucht die SUB, diesem Problem der vertikalen Segregation entgegen zu wirken.

Weiter setzt sich die SUB für die Gleichberechtigung aller Geschlechter, der Vereinbarkeit von Studium und Familie, dem unbeschränkten Zugang zur Universität für Menschen mit einer Behinderung und nicht zuletzt auch für die Gleichbehandlung der ausländischen Mitstudierenden ein.

Willst auch du dich für mehr Gleichstellung und Chancengleichheit an der Uni Bern engagieren? Dann hilf uns, die Gleichstellungspolitik an der Uni Bern mitzugestalten und mach bei der AG Gleichstellung der SUB mit. Falls du mitmachen oder mehr Informationen zur Arbeitsgruppe erhalten möchtest, dann schreibe uns eine Mail.

Unsere Positionen zu Gleichstellung und Sexismus kannst du in den folgenden Positionspapieren nachlesen:

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Name Size Date
040930_positionspapierseximus.pdf
Positionspapier Sexismus 2004

Only available in German

79.36 KB
2025-06-17
17.06.2025
2025-06-17
17.06.2025

79.36 KB 17.06.2025
gleichstellung_positionspapier1.pdf
Positionspapier Gleichstellung 2002

Only available in German

101.88 KB
2025-06-17
17.06.2025
2025-06-17
17.06.2025

101.88 KB 17.06.2025
gleichstellung_und_chancengleichheit-1.pdf
Positionspapier Gleichstellung und Chancengleichheit 2022

Positionspapier Gleichstellung und Chancengleichheit

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2025-06-17
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Forderungen vom feministischen Streik 2019

1. Wir fordern Massnahmen zur Förderung von Frauen* in der Wissenschaft sowie eine Frauen*quote von 50% bei den Professuren und Dozenturen.

Die Untervertretung von Frauen* in der Forschung und Lehre hat Implikationen auf die Produktion und die Vermittlung von Wissen. Frauen* und Männer sollen zu gleichen Anteilen forschen und dozieren.

2. Wir fordern eine angemessene Vertretung von Frauen* in der Unileitung und in anderen Führungspositionen.

Nur 2 von 6 Personen in der Unileitung und 2 von 8 der Dekan*innen sind weiblich*. Wir fordern eine faire Verteilung der Macht durch die adäquate Vertretung der Geschlechter in Führungspositionen.

3. Wir fordern umfassende Massnahmen zur Schaffung familienfreundlicher Rahmenbedingungen im Studium, um eine bessere Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Familie zu gewährleisten.

Für die Chancengleichheit ist die Vereinbarkeit von Studium, Arbeit und Familie unerlässlich. Hier stehen insbesondere die Institute und Fakultäten in der Verantwortung, damit Artikel 16 des Gleichstellungsreglements umgesetzt wird. Für Studierende mit Betreuungspflichten und Schwangere sollen Ausnahmen bei Anwesenheitspflicht und Prüfungen gewährleistet werden.

4. Wir fordern einen aktiveren Einsatz von Seiten der Universität Bern, den Fakultäten und Instituten, Verantwortung zu übernehmen, um horizontale Segregation in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen durch Sensibilisierung und konkrete Projekte zu vermindern.

Horizontale Segregation hat einen unerwünschten Einfluss auf individuelle Entscheidungen von (zukünftigen) Studierenden und verfestigt gesellschaftliche Strukturen, die für geschlechtsspezifische Benachteiligung und Ungleichbehandlung verantwortlich sind.

5. Wir fordern Sensibilisierungsmassnahmen für eine Uni frei von sexueller Belästigung.

Jede*r zehnte Studierende war bereits einmal von sexueller Belästigung betroffen und 14,5% der Mitarbeitenden haben verbale oder körperliche Belästigung an der Uni Bern erlebt. Jeder dieser Vorfälle ist einer zu viel!

6. Wir fordern eine unabhängige und niederschwellige Instanz für die Meldung von Sexismus und sexueller Belästigung an der Uni.

Die Hürden für eine Meldung von Sexismus und sexueller Belästigung sind zu hoch. Aus der Umfrage der SUB  geht hervor, dass nur jede*r zwanzigste Studierende (5%), der*die bereits diskriminiert wurde, den Diskriminierungsvorfall bei einer Anlaufstelle der Universität Bern gemeldet hat. Dies muss sich ändern, weshalb wir einen niederschwelligen Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten fordern.

7. Wir fordern eine Reorganisation des Wissenschaftsbetriebs nach Strukturen, die nicht diskriminierend sind.

Struktureller Sexismus an Hochschulen bedeutet, dass Frauen* aufgrund ihres Geschlechts durch die Strukturen, nach denen die Hochschule funktioniert und organisiert ist, diskriminiert, benachteiligt und abgewertet werden.

8. Wir fordern eine konsequent geschlechtergerechte Sprache an der Uni Bern.

Frauen*, trans und nicht-binäre Personen sollen nicht mehr nur “mitgedacht”, sondern explizit in der Sprache abgebildet werden. Wir fordern, dass geschlechtergerechte Sprache an allen Fakultäten und Instituten angewendet wird. Geschlechtergerechtes Schreiben und Sprechen soll Teil des Lehrplans und Standard des wissenschaftlichen Arbeitens sein.

9. Wir fordern einen anerkennenden und wertschätzenden Umgang mit nicht-binären Menschen und Menschen in Transition, der sich auch in den universitären Strukturen widerspiegelt.

Der Geschlechtereintrag soll weggelassen oder so angepasst werden, dass er auch nicht-binäre Geschlechter beinhaltet.

10. Wir fordern die Anerkennung der Vielfalt sexueller Orientierungen in der Forschung und Lehre.

Unsere Gesellschaft und auch die Universität Bern ist von heteronormativen Vorstellungen geprägt. Menschen mit anderer sexueller Orientierung werden durch die vorherrschenden Normvorstellungen diskriminiert.

 

Der feministische Streik 2019 ist vorbei – der Kampf für Gleichstellung geht weiter!

Am 14. Juni 2019 gingen hunderttausende Menschen für mehr Gleichstellung und Chancengleichheit auf die Strasse. Auch die SUB streikte – zusammen mit rund 2000 Angehörigen der Universität Bern auf der Grossen Schanze. Wir waren viele, wir waren bunt, wir waren laut!
Am 14. Juni 2019 protestierten 2000 Frauen* gegen Sexismus, sexuelle Belästigung, Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ignoranz bezüglich geschlechtergerechter Sprache, non-binärer Geschlechtsidentität und der Vielfalt sexueller Orientierung an der Universität Bern. Wenn der feministische Streik eines gezeigt hat, dann dass der Handlungsbedarf in diesem Bereich erkannt und gefordert wird.

Der feministische Streik war ein Erfolg, doch das Ziel der effektiven Gleichstellung ist noch lange nicht erreicht. Wir fordern von der Unileitung, griffige Massnahmen im Bereich Gleichstellung zu beschliessen und haben dazu im Oktober 2019 eine Petition mit den 10 Forderungen des feministischen Streiks an die Unileitung übergeben. Bis heute, zwei Jahre nach dem feministischen Streik, haben wir von der Unileitung keine konkrete Stellungnahme erhalten, was mit unseren Forderungen passiert. Dies obwohl die Forderungen keinswegs an Aktualität verloren haben – wie insbesondere die Corona-Krise verdeutlichte, in der bestehende Ungerechtigkeiten verstärkt wurden.

Auch künftig setzt sich die SUB mit diversen Gleichstellungsmassnahmen und -aktivitäten entschlossen für mehr Gleichstellung und Chancengleichheit an der Uni Bern ein!

Rückblick auf den feministischen Streik 2019

Die SUB analysiert das Geschehen seit dem Feministischen Streik 2019 und schaut, was künftig im Bereich Gleichstellung noch alles zu tun ist.

Das einjährige Jubiläum des feministischen Streiks nahm die SUB zum Anlass, um die Diskussion über Gleichstellungsthemen aufzugreifen und das Bewusstsein für anhaltende Ungerechtigkeiten im universitären / akademischen Kontext zu schärfen. In der Woche vom 15. bis 19. Juni 2020 sprach Natascha Flückiger, Gleichstellungsbeauftragte der SUB, mit verschiedenen Frauen* über Gleichstellung an der Universität Bern.

Unter den Gesprächspartnerinnen waren:

  • Valentina Achermann, ehemalige SUB-Vorständin für Gleichstellung
  • Francesca Falk, Dozentin Migrationsgeschichte
  • Claudia Willen und Sabine Höfler von der Abteilung für Gleichstellung (AfG)
  • Lea Schlenker vom Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS)
  • BIPoC Gruppe Hochschulen Dekolonisieren

P.S.: Bist du BIPoC, interessierst dich dafür, Bildung zu dekolonisieren und möchtest dich bei der Hochschulgruppe engagieren? Hier kannst du dich melden (du musst dafür nicht an der Uni sein): decolonize_uni@histnoire.ch

 

Feministische Woche: BIPoC-Gruppe Hochschulen Dekolonisieren

 

Feministische Woche: Gespräch mit Lea Schlenker vom VSS

 

Feministische Woche: Gespräch mit Claudia Willen und Sabine Höfler von der AfG

Feministische Woche: Gespräch mit Francesca Falk

 

Feministische Woche: Gespräch mit Valentina Achermann

Die Gleichstellung der Studierenden an der Uni ist eines der Kernanliegen, für welches sich die SUB auf allen Ebenen einsetzt. Hier findest du nähere Informationen zu den 10 Forderungen der SUB zum Thema Gleichstellung an der Universität

 

Sexuelle Belästigung

Die #metoo-Debatte und die aktuellen Ereignisse an der ETH und der Uni Basel haben aufgezeigt, dass sexuelle Belästigung allgegenwärtig ist – auch an der Uni. Laut der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat jede zweite Frau sexuelle Belästigung erlebt. Auch Männer sind von sexueller Belästigung betroffen, wobei dieses Thema nach wie vor tabuisiert wird. Die Umfragen der SUB von 2017 und 2020 haben ergeben, dass an der Uni Bern rund jede*r zehnte Studierende Verhalten erlebt hat, welches unter sexuelle Belästigung fällt. Die SUB bekämpft alle Formen der Diskriminierung und setzt sich für den Schutz und die Integrität aller ein. Die individuellen Grenzen sollen eingehalten und respektiert werden.

Was ist sexuelle Belästigung?

Als sexuelle Belästigung gilt eine Verhaltensweise mit sexuellem Bezug, welche von der betroffenen Person als unerwünscht und grenzüberschreitend wahrgenommen wird. Sie kann in Worten, Gesten oder Taten ausgeübt werden. Häufig steckt hinter einer sexuellen Belästigung die Ausübung von Macht und Dominanz. Die sexuelle Ebene bietet sich an, weil die Opfer in diesem Bereich besonders verletzbar sind. Mehr Infos findest du hier.

Was macht die SUB?

Die SUB nimmt jede Meldung ernst und entscheidet im Einzelfall über das weitere Vorgehen. Da wir im Falle von sexueller Belästigung nicht über Beratungskompetenzen verfügen, haben wir eine Triage-Funktion und informieren über die offiziellen Anlaufstellen. Falls die die Betroffenen das wollen, begleiten wir sie dabei.

Im Rahmen des nationalen Aktionstags gegen sexuelle Belästigung an Hochschulen vom 25. März sensibilisiert die SUB mit verschiedenen Aktionen für das Thema sexuelle Belästigung an der Uni. Beispielsweise organisierte die SUB einen Awareness Workshop für Studierende. Das Awareness-Konzept schärft unser Bewusstsein für gesellschaftliche Machtstrukturen und setzt Grenzüberschreitungen jeder Form – aber insbesondere sexualisierten Übergriffen – konkretes Handeln entgegen. AWARENESS wird jeweils auch am Campusfestival umgesetzt.

Wo kann ich hilfe holen?

Als Angehörige*r der Uni Bern gibt es im Falle von sexueller Belästigung verschiedene Anlaufstellen. Alle Beratungsstellen bieten kostenlose Beratung und Unterstützung an.

Beratungsstelle der Berner Hochschulen
Die BST ist die externe Anlaufstelle der Universität Bern für Studierende und Mitarbeitende. Die Ansprechpersonen unterstehen einer absoluten Schweigepflicht und leiten weitere Schritte nur ein, wenn ausdrücklich danach gewünscht wird. Die Beratungsstelle informiert über mögliche Vorgehensweisen und begleiten die Gespräche mit Beteiligten. Die Ansprechperson ist Pia Thormann, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP.

Universität Bern
Innerhalb der Universität Bern unterliegen Führungspersonen und die offiziellen internen Anlaufstellen der Handlungspflicht. Das heisst, Vorfälle müssen gemeldet werden und  es muss etwas unternommen werden. Für Prävention und Beratungen über das Vorgehen ist unter anderem die Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männer zuständig.

 

Vertikale Segregation

Was ist vertikale Segregation?

An der Universität Bern zeichnet sich bei der Verteilung der Geschlechteranteile eine vertikale Segregation ab. Mit zunehmendem akademischen Grad ist der Frauen*anteil abnehmend. Während 58% der Studierenden weiblich sind, sind nur 28% der Professuren von Frauen* besetzt. Ein extremeres Bild zeigt die Philosophisch-humanwissenschaftliche Fakultät: 72% der Bachelorstudierenden sind weiblich, auf Stufe Professur lediglich 32%. Den graduellen Ausstieg von Frauen im Verlauf der akademischen Stufen und die damit verbundene zunehmende Unterrepräsentation im Wissenschaftssystem wird als Leaky Pipeline bezeichnet. Dieses Phänomen ist nicht nur an der Uni Bern, sondern in der ganzen Schweiz zu beobachten.

Geschlechteranteile an der Uni Bern

Ursachen von vertikaler Segregation

Die Ursachen der Leaky Pipeline sind vielfältig. Die Kultur und Strukturen von universitären Organisationen sind nicht geschlechterneutral und verhindern die Gleichheit der Karrieren von Frauen* und Männern* (siehe struktureller Sexismus). Eine wichtige Ursache für die schlechtere Integration und die geringeren Karrierechancen von Frauen sind Chancenungleichheiten beim Zugang zu Netzwerken. Für den beruflichen Erfolg und die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit ist eine gute Integration in die Scientific Community unerlässlich. Ein grosses wissenschaftliches Netzwerk der Nachwuchskräfte ermöglicht privilegierten Zugang zu wichtigen Informationen sowie den Ausbau von wissenschaftlichen und universitären Machtpositionen. Ausserdem werden Frauen* aufgrund der “Old Boys Networks” weniger gefördert als Männer*. Dies beschreibt ein Phänomen in welchem Männer*, die sich bereits im Wissenschaftsbetrieb befinden, in erster Linie männlichen* Nachwuchs fördern. Durch die Untervertretung von Frauen in der Wissenschaft gibt es zudem einen Mangel an weiblichen Vorbildern, die als Orientierungspunkt und Motivationsquelle für Nachwuchsforscherinnen fungieren können. Gerade in Fragen der Vereinbarkeit spielen weibliche* Vorbilder eine entscheidende Rolle. Das vorherrschende Bild des männlichen Wissenschaftlers, welcher sein ganzes Leben der Wissenschaft widmet und stets anwesend und sichtbar ist, kann durch diese Vorbilder durchbrochen werden.

Folgen von vertikaler Segregation

Die Untervertretung von Frauen* in der Wissenschaft ist Ausdruck von ungleichen Chancen auf dem Karriereweg. Wir wollen echte Chancengleichheit durch den Abbau von strukturellen Hürden. Ausserdem widerspiegelt die Wissenschaft als männlich dominierte Domäne eine einseitige Perspektive auf die Welt. Alle Perspektiven sollen in der Wissensproduktion und Wissensvermittlung berücksichtigt werden. Dafür braucht es eine adäquate Vertretung der Frauen* in der Forschung und Lehre.

Was tun?

Zentral für die nachhaltige Sicherung der Frauen*quote und die Gleichstellung in der Wissenschaft ist Nachwuchsförderung. Die SUB setzt sich mit dem Mentoringprogramm wo*mentoring für die Förderung von Frauen* in der Wissenschaft ein. Masterstudentinnen, die sich für eine wissenschaftliche Laufbahn interessieren, werden von Mentorinnen desselben oder eines ähnlichen Fachgebietes während zwei Semestern individuell begleitet.

 

Horizontale Segregation

Was ist horizontale Segregation?

Horizontale Segregation beschreibt die Ungleichverteilung der Geschlechter auf verschiedene Disziplinen. Über die Hälfte der Studierenden an der Universität Bern sind Frauen*. Innerhalb der verschiedenen Studiengänge herrscht jedoch ein starkes Ungleichgewicht bezüglich der Männer*- und Frauen*anteile. Daraus lässt sich ableiten, dass die Studienwahl stark geschlechtsspezifisch geprägt ist.

So sind beispielsweise an der Uni Bern 81% der Studierenden an der Vetsuisse-Fakultät Frauen, wobei der Frauen*anteil der WISO-Fakultät bei nur 39% liegt. An einzelnen Fächern ist die Diskrepanz noch besser ersichtlich. Am deutlichsten kommt die Kluft zwischen den Geschlechtern bei den sogenannten Exakten Wissenschaften und Naturwissenschaften zum Tragen. So beträgt der Frauen*anteil auf Bachelorstufe im Fach Informatik nur 22%. Im Gegensatz dazu sind Frauen* in Erziehungswissenschaft mit einem Anteil von 72% viel stärker vertreten als Männer*. Die Ungleichverteilungen durch horizontale Segregation an Hochschulen zeigen sich auch auf nationaler und internationaler Ebene in einem ähnlichen Ausmass.

Ursachen von horizontaler Segregation

Die Ursachen für horizontale Segregation sind vielfältig und es existieren verschiedene Theorien und Studien zur Begründung des Phänomens. Einige davon gehen zurück auf die Humankapitaltheorie von Becker (1975), die besagt, dass die Studienfachwahl primär von den zu erwartenden Arbeitsmarktchancen nach Studienabschluss abhängen. Frauen* würden demnach vermehrt Berufe wählen, die beispielsweise mit familienbedingten Erwerbsunterbruch vereinbar sind und gute Wiedereinstiegsmöglichkeiten bieten.

Nach Akerlof (1997) erhöhen sich die sozialen Kosten der sozialen Distanz zwischen dem Herkunftsmilieu und dem durch die Bildungsentscheidung neuen sozialen Milieu. Die Entscheidung von Frauen* zugunsten männlich dominierter Studienfächer könnte für sie mit höheren sozialen Kosten verbunden sein. Durch die Bildungsexpansion gelangen vermehrt Individuen aus bildungsfernen Herkunftsfamilien an die Universitäten. Unterschiedliche Bildungsaspirationen, sowie geringere Förderung können die horizontale Segregation begünstigen.

Weitere Ansätze sehen in der Sozialisation die Ursache für die geschlechterspezifische Präferenz von Studienfächern. Soziale, ökonomische, politische und kulturelle Kontexte sowie vorherrschende gesellschaftliche Normen und Strukturen prägen die Resultate individueller Entscheidungen wie die Studienwahl. Geschlechterstereotypen und traditionelle Rollenbilder beeinflussen die horizontale Segregation massgeblich und haben einen grossen Einfluss auf die Gesellschaft. Stereotypen sind simplifizierte Vorstellungen über Menschen, die aufgrund von Merkmalen bestimmten Gruppen zugeordnet und mit gewissen Eigenschaften verknüpft werden. Stereotypen dienen der Vereinfachung und Orientierung in einer komplexen, sich wandelnden Welt. Sie tragen jedoch zur Festigung und Reproduktion von dominanten gesellschaftlich-kulturellen Wertungen bei, die mit Privilegien und Benachteiligungen verbunden sind.

Folgen von horizontaler Segregation

Wenn Frauen* und Männer* unterschiedlich stark in verschiedenen Studiengängen vertreten sind, werden bestimmte Fächer vom jeweiligen Geschlecht dominiert. Die Konzentration von Frauen* bzw. Männern* in bestimmten Studiengängen hat negative Konsequenzen im Hinblick auf die Chancengleichheit und fördert Benachteiligungen und Ungleichheiten in verschiedensten Formen (z.B. in Form von Lohnungleichheit, vertikaler Segregation etc.) Sie schränkt somit die echte Wahlfreiheit bezüglich eines Studiengangs ein und bestehende Geschlechterverhältnisse werden reproduziert.

Was tun?

Die Uni Bern setzt sich mit Aktivitäten wie dem Nationalen Zukunftstag, dem Schnuppertag für Mittelschülerinnen* dafür ein, Stereotype aufzubrechen und die horizontale Segregation abzuschwächen. Doch die alleinige Sensibilisierung der jungen Menschen in Bezug auf die Problematik reicht nicht aus. Horizontale Segregation betrifft nicht allein junge Menschen bei der Studien- oder Berufswahl. Das Aufbrechen von gesellschaftlichen Strukturen und das Hinterfragen von gängigen Stereotypen sind ebenso wichtig. Um der horizontalen Segregation entgegenzuwirken bedarf es stärkerer Sensibilisierung der Öffentlichkeit von Seiten des Bundes, der Kantone, der Hochschulen und Studierendenschaften.

 

Vereinbarkeit

Die Vereinbarkeit von Studium, Job und Familie ist unerlässlich für die Chancengleichheit in der Bildung. Ab der Geburt eines Kindes kümmert sich das Elternteil vermehrt um die Erziehung des Kindes, was eine Verzögerung oder allenfalls den Abbruch des Studiums zur Folge haben kann. Studierende Eltern erleben durch die strenge Strukturierung des Studiums zusätzliche Hindernisse für die Vereinbarkeit von Familie und das Studium. Diese Benachteiligung betrifft insbesondere Frauen, welche nach wie vor überwiegend die Erziehungsaufgaben übernehmen.

Die SUB setzt sich für eine verbesserte Vereinbarkeit von Studium und Familie ein. Es braucht flexiblere Möglichkeiten zu Studieren, Kulanz bei Abwesenheit von studierenden Eltern und eine ausgebaute Infrastruktur an der Uni.

Rechtliche Grundlagen

Artikel 16 Reglement für Gleichstellung von Frauen und Männern der Universität Bern regelt den Umgang mit (werdenden) studierenden Eltern. Wenn du Probleme mit Anwesenheitspflicht, Teilnahme an Prüfungen oder anderen Anliegen hast, kannst du dich bei den verantwortlichen Dozierenden auf diesen Artikel beziehen.

Artikel 16 des Reglements für Gleichstellung
Artikel 16 des Reglements für Gleichstellung

Kinderbetreuung

Die Stiftung Kinderbetreuungsangebot Hochschulraum Bern KIHOB fördert und sichert die familienergänzende Betreuung und Begleitung von Kindern der Angehörigen der Universität Bern und der PHBern und weiterer Personen aus dem hochschulnahen Umfeld: https://www.kihob.ch

Infrastruktur

Die Roadmap bietet eine Zusammenstellung aller familienfreundlichen Orte der Universität Bern, inklusive Still- und Wickelmöglichkeiten.

  • Kinderstühle für Kleinkinder: Im SUB-Hüsli, in der Mensa Gesellschaftsstrasse, Mensa und Cafeteria vonRoll, UNIESS Bistrot Bar Lounge und in der Mensa Unitobler sind Tripp Trapps für Kleinkinder vorhanden.
  • Eltern-Kind Räume: Es gibt bereits im vonRoll (Raum B002), Hauptgebäude (Raum 012) und in der Mittelstrasse (Raum -111) Eltern-Kind Räume, welche als Arbeits- und Spielraum bei Betreuungsengpässen, als Besprechungszimmer oder als Ruheraum dienen. Diese sind für Studierende und Mitarbeitende der PHBern und der Universität Bern sowie für Besucher*innen zugänglich.
  • Stillen und Abpumpen von Milch: Für das Stillen und Abpumpen von Milch gibt es Räume im vonRoll Gebäude (Raum A015), Unitobler (Raum D411, inkl. Kühlschrank) und in der GIUB (Raum 306). In den Gebäuden Unitobler, Uni S, Uni Hauptgebäude, Uni H6, ExWi, Bühlplatzareal (Freiestr. 3) und Uni Engehalde in den jeweiligen Sanitätsräumen. Im Inselareal: IFIK, MEM
  • Wickeltische: Wickeltische sind auf allen rollstuhlfreundlichen Toiletten vorhanden sowie in folgenden Räumen: Uni S (Im Cubus der Eingangshalle WC-D), Unitobler: (Raum D411 oder WC 1. UG), H6: (Sanitätszimmer im 1. UG) und ExWi (Sanitätszimmer im EG).
  • SUB Kiste: Im SUB-Hüsli (Innenhof Unitobler) und im Foyer der UniS kannst du die materielle SUB Kiste ausleihen. Sie enthält Spielsachen und eine Krabbeldecke und ist während der Öffnungszeiten der SUB im Sekretariat erhältlich.

Finanzielle Unterstützung

Der Sozialfonds der SUB steht dir als SUB-Mitglied bei massiven finanziellen Schwierigkeiten zur Seite. Zur Überbrückung der dringendsten Geldprobleme kann die Sozialfondskommission einen Betrag von bis zu 5000.-Fr. in Form eines Unterstützungsbeitrags oder Darlehens sprechen. Die Darlehen sind grundsätzlich zinslos. Alle Infos zum Sozialfonds findest du hier.
Weitere Informationen zu finanzieller Unterstützung findest du hier.

Hier findest du Unterstützung

Kennst du schon die SUB KiStE – Kind, Studium, Elternschaft? Die SUB KiStE ist das Netzwerk für studierende Eltern oder jene, die es werden (wollen). Einmal pro Semester trifft sich das Elternnetzwerk um sich zu vernetzen und über Tipps und Tricks auszutauschen.

Mehr Infos zur SUB KiStE und allgemein zur Vereinbarkeit von Studium und Familie findest du hier.
Alle Infos zur Vereinbarkeit an der Uni Bern findest du hier.

 

Struktureller Sexismus

Was ist struktureller Sexismus?

Der Begriff Sexismus benennt Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts – also Ungleichbehandlung, Benachteiligung oder Abwertung und die dahinterstehende Ideologie. Sexismus existiert sowohl auf der interaktionellen Ebene (zwischen Personen), als auch auf der strukturellen Ebene (Strukturen in unserer Gesellschaft; zwischen Person und Institution/Gesellschaft). Sexismus ist institutionell verankert und widerspiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse.

Struktureller Sexismus an Hochschulen bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts durch die Strukturen, nach denen die Hochschule funktioniert und organisiert ist, diskriminiert, benachteiligt, abgewertet werden.

Wie zeigt sich struktureller Sexismus an Hochschulen? Ein Beispiel:

Obschon der Frauen*anteil bei den Studierenden stetig zugenommen hat, ist eine entsprechende Entwicklung auf höheren Ebenen bisher ausgeblieben (siehe vertikale Segregation). Die Untervertretung der Frauen* im Lehrbetrieb der Universität ist das Resultat einer lange von Männern normierten und dominierten Wissenschaft. Die Argumentation, dass Frauen* einfach nicht wollen, oder dass es einfach keine Frauen* für diese Stellen gibt, ist sexistisch und verfehlt. Es bestehen zahlreiche Barrieren für Frauen, die eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen: nicht nur struktureller Art durch die Mehrfachbelastung durch Beruf, Kinderbetreuung und Haushalt, sondern auch durch fehlendes gesellschaftliches Selbstverständnis im Umgang mit Wissenschaftlerinnen und fehlenden weiblichen Vorbildern.

Junge Frauen werden in unserer Gesellschaft einseitig mit dem Problem konfrontiert, Familie und Beruf vereinen zu müssen. Karrierephase und Familienphase finden für Frauen oftmals zum selben Zeitpunkt statt. Dies führt dazu, dass schon junge Studentinnen der wissenschaftlichen Karriere ambivalenter begegnen. Diese Hindernisse werden durch die Organisationsformen und Leistungserwartungen der Universitäten weiter verschärft. Mangelnde Angebote für die Kinderbetreuung, diskriminierende Mentalitäten, wenig Teilzeitangebote und eine steile Hierarchie verschlechtern die Chancen von Frauen, Wissenschaft und Beruf erfolgreich auszuüben.

Gesellschaftliche Strukturen und die Organisationsform der Wissenschaft potenzieren sich gegenseitig. Wissenschaftlerinnen, die aus strukturellen Gründen tendenziell weniger kompetitiv sind als Wissenschaftler, können sich weniger profilieren und verlieren dadurch an Wettbewerbsfähigkeit.

Frauenförderung ist deshalb ein irreführender Begriff, da es nicht darum geht, Frauen* als Wissenschaftlerinnen zu fördern, sondern Wissenschaft und Forschungsförderung so zu organisieren, dass sie Frauen* nicht von der wissenschaftlichen Berufstätigkeit ausschliessen.

2019 wird die SUB mit dem «Prix Lux» für ihr Engagement im Bereich Gleichstellung ausgezeichnet.

Im November 2019 überreichte Prof. Dr. Christian Leumann der SUB den «Prix Lux» für ihr Engagement im Bereich Gleichstellung. Wir freuen uns sehr über den Preis und darüber, dass das Engagement der SUB prämiert wird. Seit nun fast fünfzig Jahren befasst sich die SUB mit dem Thema Gleichstellung. Insbesondere in den letzten zwanzig Jahren hat die SUB mit diversen Gleichstellungsmassnahmen und -aktivitäten versucht, die Diskussion um Gleichstellungsthemen anzuregen. Und trotzdem: Das Ziel der effektiven Gleichstellung an der Uni Bern ist noch lange nicht erreicht. Wir werden uns weiterhin mit Entschlossenheit dafür einsetzen und die Uni regelmässig an ihre Vorbildrolle erinnern!

Prix Lux
Prix Lux

 

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20191119_prix-lux-rede.pdf
Rede Prix Lux

Das Gleichstellungsengagement der SUB – eine kurze Geschichte

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2025-06-21
21.06.2025
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21.06.2025

47.04 KB 21.06.2025
20191120_mm_prixlux-1.pdf
Stellungsnahme SUB

Der Prix Lux – eine Wertschätzung für die Arbeit der SUB im Bereich Gleichstellung sowie eine Anerkennug der Notwendigkeit dieser Arbeit

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Dokumente

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2017gendergerechtesprache_auflage2_f_web_ger.pdf
Leitfaden Gendergerechte Sprache Uni Bern

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sexuellebelastigunginbildungseinrichtungen.pdf
Sexuelle Belästigung in Bildungseinrichtungen

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2025-06-21
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trans_inter_nichtbinar.pdf
Trans. Inter*. Nicht-binär.

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