Wir befinden uns in einer Klimakrise. Wie längst bekannt und durch die Wissenschaft bestätigt, besteht aufgrund des menschenverursachten Klimawandels und Umweltverschmutzung dringender Handlungsbedarf. Auch die Uni Bern ist mit ihrem Betrieb (z.B. CO2-Ausstoss) Teil davon. Universitäten sind wissenschaftliche Institutionen mit Ausstrahlung, die insbesondere zur Entdeckung und Erfassung der Tragweite des Problems beigetragen haben. Es kommt ihnen eine besondere Verantwortung zu, ihren Forschungserkenntnissen entsprechend zu handeln. Obwohl die Uni Bern sich um Nachhaltigkeit bemüht, braucht es von den Studierenden ein klares Zeichen, um die nötige Dringlichkeit zu kreieren und Veränderungen schnell voranzutreiben.
Nachhaltigkeit
Im Herbstsemester 2020 führte die SUB eine Social Media Kampagne zum Thema Nachhaltigkeit durch. Grundlage und Ziel war die Vermittlung des «Positionspapier Nachhaltigkeit», welches von der SUB im Herbst 2019 verabschiedet wurde. Dieses definiert zahlreiche Handlungsfelder, in welchen die Universität aktiv werden kann und soll, um ihr selbst gesetztes Ziel der Klimaneutralität bis 2025 zu erreichen. Und es enthält viele Ideen, wie die Studis ohne viel Aufwand einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit an unserer Uni leisten können.
Tipps für einen nachhaltigen Studialltag
Tipp 1: Ecosia: Nachhaltig im Internet surfen
Tipp 2: Lebensmittel bei Madame Frigo loswerden statt wegwerfen
Tipp 3: Kleidertauschständer im SUB-Hüsli
Tipp 4: Studibücher-Tauschgestell im SUB-Hüsli
Tipp 5: Nachhaltigkeit in der Wissenschaft
Tipp 6: Fachschaften zum Handeln motivieren
Tipp 7: Fleisch in der Mensa?
Tipp 8: Nachhaltig schenken
SUB-Forderungen haben Erfolg: Uni Bern wird bis 2025 klimaneutral
Der Rektor der Universität Bern Christian Leumann sagte es bereits vor einem Jahr in einer Rede – heute macht es die Uni Bern in einer Medienmitteilung offiziell: Die Universität will bis 2025 klimaneutral sein. «Die Studierendenschaft der Universität Bern (SUB) fordert schon lange ein ambitioniertes Ziel der Uni zur Erreichung der Klimaneutralität. Wir freuen uns, dass unser Appell bei der Unileitung Gehör fand», sagt SUB-Vorstandsmitglied Sebastian Held.
Zentral wird nun sein, mit welchen Massnahmen die Unileitung ihr Ziel erreichen will. «Kompensationen dürfen nicht die Hauptrolle im Klimaplan der Uni spielen. Diese Rolle muss der CO2-Reduktion vorbehalten bleiben», so Held. Vor allem bei Flugreisen und im universitären Betrieb muss eine effektive Reduktion der Emissionen erreicht werden. Bei Kompensationen ist ausserdem wesentlich, dass auf lokale und regionale Projekte gesetzt wird. Auch in Bezug auf Forschung und Lehre hat die Uni noch viel Potenzial: Nebst Investitionen in die Forschung zur Nachhaltigkeit sollte auch die Forschung an sich nachhaltiger gestaltet werden. Dies funktioniert nur, wenn während des gesamten Forschungsprojekts die ökologische und soziale Verantwortung mitberücksichtigt wird. Ausserdem muss nachhaltige Entwicklung noch konsequenter in die Lehre integriert werden.
Die Ankündigung der Uni kommt fast pünktlich zum Ende der #SUBforClimate- Nachhaltigkeitskampagne des Herbstsemesters 2020. Mit der Kampagne will die SUB insbesondere auf ihr Nachhaltigkeitspapier hinweisen, welches vor einem Jahr verabschiedet wurde und Handlungsfelder für die Uni aufzeigt. In ihrer heute publizierten Medienmitteilung zeigt die Universität, dass sie ihre Verantwortung als Institution, die viel zum Erfassen der Klimakrise beigetragen hat, wahrnimmt. Zudem zeigt sie auf, welchen Plan sie verfolgt, um ihr ambitioniertes Ziel mithilfe konkreter Massnahmen (CO2-Bilanz, Dienstreisen) umzusetzen.
Weihnachtsshopping? Es gibt nachhaltige Alternativen!
Anstatt unsere Konsum- und Verbrauchsgesellschaft zu unterstützen und Dich mit hunderten Menschen in Läden zu drängen, denk doch mal über ein nachhaltiges Geschenk nach. Wie wär’s mit:
- Topfpflanzen oder Pflanzensamen?
- Pflanzenpatenschaft (Treedom, Primaklima)
- Einer Tier- oder Baumpatenschaft?
- Einer Spende?
- Einem Besuch im Museum oder Theater (die im übrigen in dieser Zeit jede Unterstützung gut gebrauchen können)?
- Einem Ausflug in die Berge?
- Einer Massage oder einem Besuch in der Sauna?…
Neu: Kleidertauschständer im SUB-Hüsli!
Heute ist Black Friday, der Tag der Konsumverführung. Ein guter Anlass, um unseren neuen Kleidertauschständer einzuweihen!
Nachdem vor zwei Wochen das neue Büchertauschgestell vorgestellt wurde, kann diese Woche eine weitere Dienstleistung im Rahmen der Nachhaltigkeitskampagne «SUB for Climate» eingeweiht werden: Unser Kleidertauschständer. Ab sofort können im SUB-Hüsli (während Corona: beim Dienstleistungsfenster des SUB-Hüslis) nicht mehr getragene, gewaschene Kleider abgegeben werden. Schau beim Kleiderständer vorbei: Vielleicht findest du etwas, das dir gefällt! Während der Coronazeit wird jeweils am ersten Mittwoch im Monat ein Insta-Kleidermärit veranstaltet. Alle bis dann eingetroffenen Kleider werden in der Story gepostet und können dort reserviert und bis Ende der Woche im SUB-Hüsli beim Dienstleistungsfenster bezogen werden.
Bring uns bis zum ersten SUB-Insta-Kleidermärit am 2. Dezember Deine alten Kleidungsstücke!
Der Zibelemärit macht dieses Jahr Pause. Die Klimakrise nicht.
Unsere Forderungen an die Universität Bern sind klar:
- Die Universität Bern ruft den Klimanotstand aus
- Die Universität Bern entwirft bis spätestens Ende 2020 einen konkreten Massnahmenplan, wie sie ihr Ziel der CO2-Neutralität bis 2025 erreicht.
- Die Universität Bern setzt sich in allen relevanten Gremien, in die sie Einsitz hat, dafür ein, dass andere Hochschulen mitziehen
SUB-Positionspapier Nachhaltigkeit S. 14
We proudly present: Studibücher-Tauschgestell im SUB-Hüsli
Kennst du schon unser offenes Studi-Büchergestell im SUB-Hüsli 1. OG? Schau vorbei – vielleicht findest du dort die benötigte Literatur für dein nächstes Semester. Falls du dort etwas findest, das du gebrauchen kannst: Bediene dich! Du brauchst dafür nicht ein eigenes Buch vorbeizubringen.
Liegt bei dir zuhause Semesterliteratur herum, die du nie wieder anschauen wirst? Bring sie im SUB-Hüsli vorbei und mach anderen Studis eine Freude!
Klimaneutrale Uni bis 2025 – aber Ende 2020 noch keinen Massnahmenplan?
Heute vor einem Jahr hat Rektor Leumann bekannt gegeben, dass die UniBe bis 2025 klimaneutral sein wird – heute sagt er: «wir prüfen es intensiv».Wir fordern von der Uni Bern die Ausarbeitung eines griffigen und konkreten Massnahmenplans bis spätestens Ende 2020. Dieser soll Strategien und Massnahmen darlegen, wie das Ziel erreicht werden kann.
Quelle: SUB-Positionspapier Nachhaltigkeit S. 5
Kennst du Madame Frigo?
Schau doch vorbei beim offenen Kühlschrank beim SUB-Hüsli. Dort kannst du deine noch essbaren Lebensmittel weggeben oder dir etwas Leckeres holen, das eine andere Person nicht mehr möchte. Geben wir Esswaren besser weiter, anstatt dass wir sie wegwerfen!
Integriere Nachhaltigkeit in deine nächste Seminararbeit!
“Jede Disziplin integriert Nachhaltige Entwicklung in ihren Studiengang”
– SUB-Positionspapier Nachhaltigkeit S. 12
Im Bereich der Lehre ist die Uni in Bezug auf Nachhaltigkeit besonders aktiv. Die Uni Bern bietet bereits zwei Minor-Studiengänge zu nachhaltiger Entwicklung an. Das Thema ist jedoch wie die Gleichstellung eine studiengangsübergreifende Thematik. Nicht nur in den Studiengängen, die sich traditionellerweise damit beschäftigen, sondern in allen Studiengängen kann und muss die für das Fach relevante Bedeutung gesucht, diskutiert, etabliert und evaluiert werden. Es braucht in jedem Studiengang ein semestriges Lehrveranstaltungsangebot zu Nachhaltigkeit. In Fächern wie den Wirtschaftswissenschaften und auch den Rechtswissenschaften (z.B. Umweltrecht, internationale Verträge) ist dies von besonderer Bedeutung. Denn insbesondere diese Disziplinen/Themenbereiche haben einen grossen Effekt in der Welt und spielen in Bezug auf die Ursachen sowie die Bewältigung der Klimakrise eine wichtige Rolle.
Und du? Integrier doch das Thema Nachhaltigkeit in deine nächste Seminararbeit!
Mach Ecosia zu deinem Standardbrowser und pflanze beim recherchieren Bäume!
Kennst du schon Ecosia? Die Google-Alternative investiert ihren gesamten Gewinn in das Pflanzen von Bäumen und den Schutz des Regenwaldes. Ausserdem werden die Server klimaneutral betrieben und die Suchmaschine verkauft keine Daten an Werbetreibende. Wir finden: Das sind mehr als genug Gründe, um Ecosia auf den Computern der Universität Bern als Standardbrowser zu installieren. Schon mehrere Unis haben diesen Schritt gemacht, wodurch tausende Bäume gepflanzt werden konnten. Leider stossen wir bei der Uni Bern bislang auf taube Ohren – aber wir bleiben dran. In der Zwischenzeit: Lege doch du auf deinem privaten Laptop Ecosia als Standardbrowser fest.
Wir brauchen nicht jeden Tag Fleisch in der Mensa!
“Die Mensen stellen ein nachhaltiges, attraktives und ausgewogenes vegetarisches und veganes Angebot bereit. Fleisch oder Fisch wird nicht täglich serviert.”
– SUB-Positionspapier Nachhaltigkeit S. 13
Einer der grössten Faktoren in der individuellen Berechnung des Fussabdrucks ist der Fleischkonsum. Die Fleischproduktion ist eine extrem ressourcenverbrauchende Industrie. Für ein Stück Fleisch wird im Vergleich zu vegetarischen Produkten ein Vielfaches an Wassers verbraucht. Durch ein reduziertes Fleisch- und Fischangebot können die Mensen ihren ökologischen Fussabdruck bereits um einiges reduzieren. Auch alle anderen Lebensmittel müssen aus lokaler und biologischer Produktion stammen. Dies ist eine der vielen von der SUB vorgeschlagenen Massnahmen für eine klimaneutrale Universität Bern. Mehr ist im Positionspapier zu finden.
Fachschaften, das Klima braucht euch!
Die Fachschaften müssen mithelfen, ihre Departemente und Institute bezüglich Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Der Studierendenrat hat deshalb am 5. März 2020 die Nachhaltigkeitskommission der SUB damit beauftragt, einen Leitfaden für Fachschaften zu erarbeiten. Fazit: Die Möglichkeiten für Fachschaften sind vielfältig. Das Potential ist gross. Jetzt brauchen wir euch, liebe Fachschaften!
Für die Umsetzung der im SUB-Positionspapier zum Thema Nachhaltigkeit formulierten Massnahmen und Forderungen sind die Fakultäten, Departemente und Institute gefragt. Die Mitarbeit der Fachschaften in ihrer tragenden Rolle in den Instituten ist unabdingbar. Denn besonders wichtig bei föderalistischen Umsetzungen ist, dass auch dem Bottom up-Prinzip Rechnung getragen wird, indem die Fachschaftsvertreter*innen aktiv die Interessen der Studierenden durchsetzen. Die Ziele können nur erreicht werden, wenn alle Einheiten der Universität Bern die Nachhaltigkeit aktiv fördern und einfordern.
Aus diesem Grund wurde die SR-Nachhaltigkeitskommission damit beauftragt, einen Leitfaden für die Fachschaften auszuarbeiten, welcher am 24.9.2020 vom Studierendenrat verabschiedet wurde.
Wir müssen uns einsetzen, damit die Uni Bern den Sprung zur Klimaneutralität schafft. Deshalb haben wir den Klimanotstand ausgerufen, zum Klimastreik aufgerufen und erste Forderungen für eine nachhaltige Uni Bern zusammengestellt. Über den Sommer haben wir ein ausführlicheres Positionspapier für eine klimaneutrale Uni Bern erarbeitet. Die wichtigsten Forderungen:
- Die Uni Bern muss den Klimanotstand ausrufen
- Die Uni Bern hat das Ziel bis 2030 netto 0 CO2 auszustossen und entwirft dafür bis spätestens Ende 2020 einen konkreten Massnahmenplan
- Die Uni Bern setzt sich in allen Gremien, in die sie Einsitz hat, dafür ein, dass andere Universitäten mitziehen.
Sichtbar vernetzt: Studentische Initiativen für eine nachhaltige Entwicklung
Der Verein für Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern (BENE) und das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern arbeiten an einem gemeinsamen Ziel: Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung (NE). Sie bieten eine Plattform, die Studierende aller Fachrichtungen vernetzt, fördern studentische Aktivitäten für eine NE und machen diese sichtbar.
Sichtbar vernetzt
Nachhaltigkeitswoche
Jedes Jahr finden im März an zahlreichen Schweizer Hochschulen von Studierenden organisierte Nachhaltigkeitswochen statt. Eindrücke der letzten Nachhaltigkeitswoche in Bern findet ihr hier.
Förderprogramm U-Change
Zudem gibt es das Förderprogramm U-Change, das Studierendenprojekte sowie Strukturen zur Unterstützung studentischer Projektarbeit finanziert. Es unterstützt die Entwicklung und Umsetzung studentischer Ideen, Geschäftsmodelle sowie weitere Aktivitäten für eine nachhaltige Entwicklung.
Students 4 Sustainability
Ab 2024 gibt es neu das Förderprogramm Students 4 Sustainability.
Das Programm unterstützt Projekte von Studierenden aller vier Berner Hochschulen.
Es unterstützt die Entwicklung und Umsetzung studentischer Ideen, Geschäftsmodelle sowie weitere Aktivitäten für eine nachhaltige Entwicklung.
