Der Zweck der Fachschaften wird in den Statuten der Studierendenschaft umschrieben als «Wahrung der Interessen der Fachschaftsangehörigen.» Aus dieser Formel lassen sich die folgenden drei Aufgabenbereiche herausgliedern:
Hilfe für einzelne Studierende
Eine wichtige Aufgabe der Fachschaften besteht darin, die Studierenden während ihrer Zeit an der Universität zu unterstützen. Sie geben Auskünfte über Studienreglemente, Stundenpläne und Prüfungen. Die Fachschaften sind für diese Aufgabe besonders geeignet, da sie die fachspezifischen Probleme am besten und aus eigener Erfahrung kennen. Zusätzlich unterstützen die Fachschaften Studienanfänger*innen beim Studieneinstieg und fördern allgemein die Zusammenarbeit und den Austausch unter den Studierenden. Die meisten Fachschaften organisieren Feste, Kinoabende, Apéros, Ausflüge und ähnliche Anlässe. Einige Fachschaften bieten Tutorien an, also von fortgeschrittenen Studierenden betreute Gruppen für Erstsemestrige. In der Fachschaft bietet sich die Möglichkeit, Studierende aus allen Semestern kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Vertretung der Interessen der Fachstudent*innen
Die Fachschaft ist das Organ, welches die Studierenden einer Studienrichtung gegenüber Institut, Fakultät und Universität vertritt. Fragen zu Studienreformen, Reglemente, Dozierendenberufungen oder Mitbestimmung betreffen alle Studierenden. Solche Interessen können nur dann erfolgreich geltend gemacht werden, wenn sich alle beteiligen und auch vertreten fühlen. Die Fachschaft ist nicht nur eine Organisationsform studentischer Interessenvertretung, sondern auch ein Ort politischer Meinungsbildung; denn Entscheide über neue Reglemente oder Berufungen von Dozierenden sind eminent politisch.
Zusammenarbeit mit anderen Fachschaften und der Gesamtstudierendenschaft
Bestimmte Fragen treten für die Fachschaften immer wieder und in ähnlicher Weise auf. So zum Beispiel die Frage nach Mitsprache, dem Praxisbezug des Studiums oder fächerübergreifenden Veranstaltungen. Ein gemeinsames Engagement aller Fachschaften ist daher wichtig. Koordinationsrahmen dieser Bestrebungen ist die SUB. Insbesondere die Fachschaftskonferenz (FSK) hat die Aufgabe, den Kontakt zwischen den einzelnen Fachschaften zu fördern. Viele Fachschaften sind auch durch einzelne Mitglieder im Studierendenrat (SR) vertreten; Fachschaften können ihre eigenen SR-Listen aufstellen. Durch SR und die Fachschaftskonferenz werden Fachschaften über fächerübergreifende Tendenzen in der aktuellen Hochschulpolitik rechtzeitig informiert, damit sie selbständig reagieren können.